Sehenswürdigkeiten in Otterfing
Pfarrkirche St. Georg Otterfing
Die Pfarrkirche St. Georg ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein kulturelles und historisches Denkmal der Region. Als fester Bestandteil des Dorflebens verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde Otterfing.
Geschichte und Architektur
Die Pfarrkirche St. Georg ist das zentrale Gotteshaus der Gemeinde Otterfing. Ihr Ursprung reicht vermutlich bis in das späte 15. Jahrhundert zurück. Der heutige Bau wurde um 1530 im spätgotischen Stil errichtet. Der markante Kirchturm mit einer Höhe von 40 Metern entstand 1584 nach Plänen des bayerischen Hofbaumeisters Friedrich Sustris. Er prägt bis heute das Ortsbild und ist das Wahrzeichen Otterfings.
Innenraum und Ausstattung
Der barocke Hochaltar stammt vermutlich von dem Dietramszeller Bildhauer Kaspar Niederreiter. Seine Gestaltung erinnert an die Michaelskirche in München. Ergänzt wird der Innenraum durch zwei Seitenaltäre aus dem 18. Jahrhundert: Der rechte zeigt den heiligen Sebastian, der linke eine spätgotische Marienfigur.
Glocken
Das Geläut umfasst vier Glocken. Die größte, die St.-Georgs-Glocke (1.487 kg), zeigt den heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen. Die zweitgrößte Glocke, die St.-Marien-Glocke von 1655 (685 kg), ist mit einem Marienbild und Engelsköpfen geschmückt.
Sanierung 2024
Im Jahr 2024 wurde der Turm umfassend saniert. Die neuen Schindeln bestehen aus heimischem Lärchenholz. Der alte Stahl-Glockenstuhl wurde durch eine Eichenholzkonstruktion ersetzt, um die Tragfähigkeit des Turms zu verbessern. Eine 3D-Laserscan-Technik ermöglichte eine präzise Planung. Die Sanierungskosten beliefen sich auf rund 1,17 Millionen Euro; etwa 85 % wurden von der Erzdiözese München und Freising getragen.
Kriegergedächtniskapelle
Am südlichen Eingang des Friedhofs befindet sich eine 1922 errichtete Kapelle zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Sie beherbergt ein Kupferrelief der Münchener Kunstschmiede Kiene.

Filialkirche St. Valentin Ortsteil Bergham
Die Filialkirche St. Valentin im Ortsteil Bergham der Gemeinde Otterfing ist ein bemerkenswertes Beispiel spätgotischer Sakralarchitektur in Oberbayern. Errichtet im Jahr 1523, ersetzte sie einen Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert und gehört heute zur Pfarrei St. Georg Otterfing im Erzbistum München und Freising.
Architektur und Ausstattung
Der schlichte, aber charaktervolle Saalkirchenbau mit Chorturm wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Trotz der späteren Eingriffe bewahrt das Gotteshaus zahlreiche spätgotische Elemente und bietet damit einen reizvollen architektonischen Kontrast. Besonders hervorzuheben ist das neugotische Chorfenster, das u. a. den heiligen Leonhard und den Kirchenpatron Valentin zeigt. Ein eingelassener Teil des Fensters stammt noch aus dem Mittelalter (ca. 1515/23) und enthält eine Stifterinschrift.
Im Inneren beeindruckt das kunstvoll geschnitzte Kirchengestühl mit einzigartigen Flachschnitzereien, das im Landkreis Miesbach seinesgleichen sucht. Der Hochaltar und weitere Ausstattungsstücke stammen ebenfalls aus der Zeit des Barocks.
In den Jahren 2018/2019 wurde die Kirche wegen anhaltender Feuchtigkeit umfassend saniert. Dabei wurden Maßnahmen ergriffen, um das Mauerwerk vor weiterer Durchfeuchtung zu schützen.
Glocken
Im Turm hängen zwei Glocken, die im 20. Jahrhundert gegossen wurden. Sie sind auf einem Holzglockenstuhl montiert und erklingen im Abstand einer großen Terz.

Filialkirche Heilig Kreuz Ortsteil Wettlkam
Die Filialkirche Heilig Kreuz im Otterfinger Ortsteil Wettlkam ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk mit einer reichen Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Erstmals wurde 1215 eine Kapelle mit Friedhof in Wettlkam erwähnt. Die heutige Kirche stammt aus der spätgotischen Zeit und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet.
Architektur und Ausstattung
Die Kirche präsentiert sich als schlichter Saalbau mit einem charakteristischen Chorturm. Besonders hervorzuheben ist die barocke Innenausstattung, darunter der Altar aus der Werkstatt von Lukas Herle und Figuren von Johann Krinner. Die Raumschale wurde 1908 kunstvoll mit bunten Blumenornamenten über dem Netzrippengewölbe gestaltet. Der Dachstuhl stammt vermutlich noch aus der Barockzeit.
Sanierung 2015
Im Jahr 2015 wurde die Kirche umfassend saniert. Der marode Dachstuhl, insbesondere die abgesunkenen Zerrbalken, die das Gewölbe belasteten, wurde restauriert. Zudem wurden die Holzschindeln auf dem Dach, dem spitzen Turm und der Westfassade erneuert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 360.000 Euro.
Lage und Bedeutung
Die Filialkirche Heilig Kreuz liegt idyllisch im kleinen Ort Wettlkam, etwa 2,2 Kilometer nordwestlich vom Ortszentrum Otterfings entfernt. Sie ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Baugeschichte, sondern auch ein Ort der Besinnung und ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kulturinteressierte.

Kapellen in Otterfing und Umgebung
Kapelle Palnkam
Die Kapelle St. Quirin im Ortsteil Palnkam erhielt 2023 ein neues Schindeldach in leuchtendem Gelb-Rot. Die Renovierung wurde durch das Engagement der Dorfgemeinschaft ermöglicht und unterstreicht die Bedeutung der Kapelle als Wahrzeichen des Ortes.
Kapelle Kreuzstraße
Diese Hofkapelle St. Leonhard befindet sich im Ortsteil Kreuzstraße und ist Teil des Pfarrverbands Otterfing-Steingau-Baiernrain. Sie dient als Ort des Gebets und der Andacht für die lokale Bevölkerung.
Kapelle Holzham
Die Hofkapelle St. Martin in Holzham ist ein Beispiel für die traditionellen Kleinkirchen in der Region. Sie spiegelt die ländliche Bauweise und die religiöse Praxis vergangener Zeiten wider.
Für detaillierte Informationen zu diesen und weiteren Kapellen empfiehlt sich der 64-seitige, reich bebilderte Kirchenführer des Pfarrverbands Otterfing-Steingau-Baiernrain. Dieser ist im Pfarrbüro erhältlich und bietet umfassende Einblicke in die Geschichte und Bedeutung der sakralen Bauwerke der Region

Historische Materl und Pestsäulen in Otterfing
In Otterfing und seinen Ortsteilen finden sich mehrere historische Flurdenkmäler wie Wegkreuze, Bildstöcke und Kapellen, die Zeugnis von der tief verwurzelten Volksfrömmigkeit und der Geschichte der Region ablegen. Diese Kleindenkmäler, oft aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, dienten als Orte des Gebets, der Erinnerung und des Dankes.

Historischer Dorfrundgang
Ein Rundgang zu den historischen Gebäuden unseres kleines Ortes wurde vom Arbeitskreis Heimatbuch gestaltet. Sie finden an den entsprechenden Örtlichkeiten Schautafeln mit Bildern sowie Interessantem zu den entsprechenden Häusern.

Kennst du dein Otterfing?
Entstanden durch eine langjährige Reihe im örtlichen Gemeindeblatt, ist dieser Rate-Rundgang durch Otterfing entstanden.

Das Lindendorf Otterfing
Otterfing trägt mit Stolz den Beinamen „Lindendorf Bayerns“ – eine Bezeichnung, die auf die eindrucksvollen Lindenbäume im Gemeindegebiet zurückgeht. Diese stattlichen Bäume, die sich durch ihre außergewöhnliche Größe und Schönheit auszeichnen, prägen das Erscheinungsbild des Ortes und verleihen ihm eine ganz besondere Atmosphäre.
